Leitartikel des Präsidenten Wolfgang Beck in der Vereinszeitung Dezember 2004/Januar 2005


Liebe Mitglieder,


der TV 1848 Erlangen auf Platz 4 in Bayern. Vom achten auf den vierten Platz hinter Bayern und 1860 München sowie Post Nürnberg in der Mitgliederzahl vorgedrungen. Der TV 1848 auf der Jagd nach neuen Mitgliedern? Mitnichten! Unverändert gilt: Die Mitgliederzahl von 6000 - wir liegen erheblich darüber - stabilisieren, das Angebot den Bedürfnissen der Menschen entsprechend gestalten und die Qualität verbessern. Das ist unser Kurs, den wir durch die künftige Umsetzung des Marketing-Programms effektiver steuern wollen. Dies gilt wie für alle Bereiche des Vereins auch für das zertifizierte TV-Vital, in das gerade viele neue Gesundheitssportler eintreten. Allerdings werden wir es nicht zulassen, dass Trittbrettfahrer unser Sportangebot nutzen, ohne Mitgliedsbeitrag zu zahlen (s. S. 7)!
Unser Weg in die Zukunft
Diesen Kurs in die Zukunft, orientiert an den Interessen unserer Mitglieder, gilt es zu halten. Finanz- und Mitgliederent- wicklung, die Nachfrage nach Kursangebot und der Stand im TV-Vital signalisieren uns klar, dass wir auf dem richtigen  Weg sind. Fehler in kleineren Teilbereichen sind dabei nicht entscheidend.
Einer Vereinsstudie des WLSB aus dem Jahr 2003 zufolge haben Mitglieder ihre Interessen in dieser Rangfolge geäußert:
1. Kompetente und engagierte Übungsleiter/Trainer, 2. Förderung der Jugendarbeit, 3. Engagierte und kompetente Vereinsführung, 4. Guter Zustand der Sportanlagen, 5. Guter Zustand der Sanitäranlagen, 6. Gute Geräte-Ausstattung,       7. Förderung talentierter Kinder und Jugendlicher, 8. Gute finanzielle Lage des Vereins, 9. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 10. Gutes Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit, 11. Offenheit für neue Entwicklungen, 12. Günstiger Mitgliederbeitrag (zitiert nach "sportiv leben" 04002, 2004, S. 7).
Jede und jeder von Ihnen, liebe Mitglieder, kann an dieser Rangfolge nun selber seine Meinung finden und den TV 1848 beurteilen. Ich denke, dass wir einen Teil unserer Übungsleiter noch weiter qualifizieren sollten (Punkt 1) und das auch tun  (s. S. 9), unsere Liegenschaften z. T. noch hochwertiger ausstatten müssten (4 - 6), obwohl Dietmar Dommick schon viel geleistet hat, und die Förderung großer junger Talente (7) beim Turnverein nur in dem Rahmen geleistet werden kann, wie er bei uns möglich ist.
Geselligkeit ist Trumpf
Manfred von Richthofen, seit vielen Jahren DSB-Präsident und frei vom Verdacht zur Funktionärsgilde von vorgestern zu gehören, schreibt in der ersten Ausgabe der oben genannten Zeitung, die leider schon wieder eingestellt wurde, über Vereinsmitglieder: "Nur jeder Siebte sieht Wettkampfteilnahme als Hauptinteresse an. Lebensfreude durch Sport, Fitness, Gesundheit, Entspannung liegen weit vorne. Für jeden Zweiten ist Geselligkeit besonders wichtig." 
Haben wir vor wenigen Jahren "Geselligkeit" noch unter der Rubrik "Vereinsmeierei, Vereinsmief" abgehakt, scheint sie jetzt unter anderen Bedingungen Renaissance zu erfahren. Bill Hirschmanns Äußerungen ("Ich habe einen sehr guten Freundeskreis im TV" und "Der TV ist mir ans Herz gewachsen", s. S. 42) geben das Potential an sozialer und emotionaler Bindung an unseren Verein so gut wieder. aber auch der Herzlichkeit verbreitende Franz Männl (Fahrschul-Inhaber 1962 - 1994) ist ein weiteres Beispiel für die vielen gemeinschaftsstiftenden Menschen im TV 1848 (s. S. 42). Die Stiftungsfeste der Lungerer und Kegler, das Treffen der Senioren - an vielen Ereignissen lässt sich diese lebendige, von vielen so geschätzte Geselligkeit ablesen Die Jahresabschlussfeste der Abteilungen, der Übungsleiter und einzelner Sportlergruppen spiegeln die Geselligkeit der Menschen in unserem Verein in vielfältiger Weise wider.
Alles hat seine Zeit

Geselligkeit haben auch Max und Justine Elsner im Turnverein gesucht, aber leider nicht finden können. Nun sind beide gestorben und die Vereine insgesamt haben ihre größten Mäzene verloren   (s. Nachruf, S. 43). Wie die Aussegnung Max Elsners gezeigt hat, trauern viele Menschen, von OB Dr. Balleis angefangen, um das Ehepaar. Justine Elsner wurde drei Monate früher im kleinen Kreis beigesetzt. Der Turnverein ist den Elsners zu großem Dank verpflichtet. Das weltweite und uralte Wort der Menschheit gilt für das Ehepaar Elsner in besonderer Weise: Alles hat seine Zeit.
Schwierige Verhandlungen
So klar und sicher einem Weg und Kurs des TV 1848 von der inneren Führung her vor Augen liegen, so unwägbar und überraschend wird dieser Weg von äußeren Faktoren partiell tangiert. In den Verhandlungen mit der Tucher-Brauerei     (s. S. 43) über einen neuen Vertrag spiegelten sich die veränderten und sich verändernden Besitz- und Personalfragen wider. Ich bin unserem Geschäftsführer Jörg Bergner sehr dankbar, die Vertragsentwürfe wiederholt genau geprüft zu haben. Ein für beide Seiten vertretbares Ergebnis mit der Bewirtschaftung des Erich-Kellers durch den Turnverein auf der Jubiläumskirchweih 2005 ist ein vernünftiges Verhandlungsresultat.
In einem langen, konstruktiven Gespräch mit einem Erlanger Sportartikelgeschäft ging es um dessen neues, die Erlanger Sportvereine überraschendes Kursangebot im Gesundheitssport, der ureigenen Domäne der Vereine. Günther Beier- lorzer hat die Interessen der Vereine und die neuen Wirkungen der Kurse deutlich definiert. Ich hoffe auf einen langfristig tragbaren Kompromiss und eine sinnvolle Zusammenarbeit auch in Zukunft.
Schwierige Verhandlungen mit der Stadt und möglicherweise mit dem Besitzer des Fußballplatzes am Rande des FC-West-Geländes stehen uns bevor, wenn die Stadt ihren Pachtvertrag mit dem Besitzer nicht verlängern wird. Der TV 1848 kann aus Kostengründen in diesen Vertrag anstelle der Stadt Erlangen nicht eintreten, so dringend unsere Fußballer den Platz auch benötigen. Kommt Zeit, kommt Rat? Jedenfalls haben mich die um mehrere Hundert Prozent steigenden Kosten veranlasst, laut darüber nachzudenken, ob die Vereine ihre Dienste für die Stadt bei deren Veranstaltungen nicht auch in Rechnung stellen sollten. Das hat für Wirbel gesorgt.
Jahresende
Zum Ausklang des Jahres 2004 möchte ich mich bei allen bedanken, die dem TV 1848 unmittelbar oder mittelbar geholfen haben, weiter zu bestehen und sich zu entwickeln: Den Eltern für die Fahrten und Begleitung ihrer Sport treiben- den Kinder, den Übungsleitern und Abteilungsleitungen für ihren Einsatz, besonders im Ehrenamt, den Mitgliedern der Arbeitseinsatzgruppe, den hauptamtlich Beschäftigten in ihrem Engagement, Ihnen allen, liebe Mitglieder, für Ihre Vereins- treue und last not least meinen Kollegen im geschäftsführenden Gesamtpräsidium für ihre überzeugende Arbeit. 
Im Namen der Vereinsführung danke ich auch allen im Umfeld des Vereins, den Partnern in den verschiedenen Netzwerken wie TOBAC, der SBK-Führung unter Gerner und Neuner, im Gesundheitsamt Frau Kern und Dr. Lederer, sowie den Männern und Frauen im Sportamt unter Siegfried Händel, dem Sportverband unter Robert Thaler, dem BLSV-Kreis unter Walter Fellermeier, dem Sportreferat unter Gerd Lohwasser und dem Sportchef der EN Ed Benesch. Abschließen möchte ich mit der Bitte an alle Mitglieder um Spenden für die Renovierung der Jahnhalle, mit allen guten Wünschen für das Weihnachtsfest und für das neue Jahr, sowie einem herzlichen Willkommen aller neuen Mitglieder im Verein.
PS: (Die Seitenzahlen in Klammern beziehen sich auf die TV-Vereinszeitung Dez. 2004 / Jan. 2005.)