| Leitartikel des Präsidenten Wolfgang Beck in der Vereinszeitung Oktober / November 2006 | ||||
Liebe Mitglieder, bevor ich mich wieder in die Niederungen der Breitensportvereine begebe und mich den Alltagsfragen unserer Vereine widme, möchte ich noch ein Nachwort zum Sportgroßereignis des Jahres, der Fußball-WM in Deutschland, schreiben. Ich erhoffe mir, dass einiges von dem Freudentaumel dieses Fußballsommers in unseren Köpfen und Herzen erhalten bleibt, ohne dass die Bedeutung von Fußballspielen damit überhöht wird. "Die Welt zu Gast bei Freunden", zunächst nur eine Formel, dann mit Leben erfüllt, stünde unserem Land - in der Mitte Europas platziert, auf die Globalisierung seit 150 Jahren angewiesen - gut zu Gesicht. Unsere nationalen Symbole und Gefühle, in der Zerrissenheit des deutschen Volkes im 19. Jahrhundert entstanden, von den Nazis missbraucht und zerstört, in der Restauration der Bundesrepublik vom Staat besetzt und überhöht, könnten nach dieser WM endlich jenen natürlichen Gebrauch bei den Menschen finden, wie ihn viele Völker mit ihren Kennzeichen schon lange pflegen. Unsere Flagge und unsere Hymne könnten ihre Rolle als Angst- oder doch Misstrauensauslöser bei anderen Völkern verloren haben. Und das wäre gut so. |
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| Wie sehr gut muss Fernando denn noch kochen? | ||||
| Die Professoren-Gruppe, die Stadträtinnen und die Sportfunktionäre, die Hausfrauen-Köchinnen - insgesamt 230 Personen bei Rosi Egelseers Geburtstagsfeier; die ASG-Schüler bei Friederikes Rückkehr aus den USA; die Lehrer des MTG bei meiner Verabschiedung; die 35-köpfige Großfamilie mit der Tierärztin aus Österreich, der Artdirektor bei Disney in Paris, die Kleinfamilien aus Oberbayern und Holstein: Alle, alle, alle loben Fernandos Küche in unserer Jahngaststätte und seine Preise noch dazu! Aber keiner geht hin! Viele der 3.500 Erwachsenen im Turnverein sieht man in allen möglichen Gaststätten der Stadt und des Umlandes sitzen. Ist ihnen "Fernandos Osteria" in der Jahnstraße nicht fein genug? Keine Sorge, wir werden innerhalb der nächsten zwei Monate umgestalten. Aber dann! Dann möchte ich nicht nur die Judoka, treue Ringer- und Turnerfamilien, die Kraftraumgruppe, die Schachrunde, den Kartler-Tisch, den Stammtisch und ein paar versprengte Akademiker im Lokal sehen. Bis dahin muss Fernandos Familie freilich noch von den Feiern leben. | ||||
| 25 Jahre Familie Kvas am Europakanal | ||||
| Seit einem viertel Jahrhundert bewirtschaften Andrej und Vesna Kvas die Sportgaststätte. Das ist für Sportvereine einsame Spitze und hat mehrere Ursachen. Einige habe ich genannt. Mit Fleiß, Sauberkeit, Bemühen um Qualität und Gäste haben sich die Wirtsleute einen guten, weithin vernehmbaren Ruf erworben. Freilich waren die ersten vier Jahre schwer (bei Fernando sind jetzt 3 Jahre um). So gebührt dem Ehepaar Lob und Anerkennung und herzliche Gratulation. | ||||
| 30 Jahre TV 1848 am Europakanal | ||||
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Es war ein in mehrfacher Hinsicht richtungweisendes Unterfangen, als sich der erste Vorstand Klaus Krell und seine Mitstreiter
entschlossen, den Vereinsmitgliedern, den Waldanwohnern am Europakanal und den Jusos deutlich zu machen, warum der TV 1848
weitgehend aus der Altstadt ausziehen muss. An der Richtigkeit der millionenschweren Entscheidung zweifelt mit Sicherheit
heute niemand mehr. Wir haben am Jubiläumstag vor allem jene gefeiert, die im Bauausschuss und im folgenden Sportanlagenausschuss die Hauptlast der Arbeit zu tragen hatten. . |
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| 5 Jahre TV-Vital | ||||
| "Da hat der TV 1848 eine Punktlandung vollführt", hat meine frühere Präsidiumskollegin Uschi Hahn neulich gesagt. Angesichts der Erfolge des Gesundheitszentrums sind auch die vereinsinternen Kritiker längst verstummt. Darunter waren Mitglieder, die dem Verein die Millioneninvestitionen nicht zutrauten, aber auch Selbstdarsteller. Dass wir den zukunftsträchtigen Gesundheitssport auf eine neue, höhere Ebene anheben mussten, war der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Führungsetage längst klar. Mein Dank bei der Feier im TV-Vital galt diesen Mitstreitern aber auch Walter Fellermeier, der BLSV-intern arbeitete, und Gerd Lohwasser sowie Joachim Herrmann, die sich im Kultusministerium ganz stark für die Bezuschussung und um eine diesbezügliche Genehmigung engagiert haben. | ||||
| Reizwort Dienstleistungsbetrieb | ||||
| Es "ist zu prüfen, in wie weit gerade die größeren Sportvereine der Stadt durch die gezielte Einführung eines Qualitätsmanagements ihre Dienstleistungsfunktion für die gesamte Bevölkerung weiter ausbauen können …", schreibt Prof. Rütten in seinen "Ziele(n) der Sportentwicklungsplanung in Erlangen". Damit hat die Herausforderung "Sportverein als Dienstleister" endlich auch das sportoffizielle Erlangen erreicht. Die Tendenz der Großvereine zum Dienstleistungsbetrieb ist für die erfolgreichen Vereine des Freiburger Kreises schon längst keine Frage mehr. In Erlangen muss man da noch Sätze hören wie: "Da geht's doch nur ums Geld. Da bleibt der echte Sportverein mit seiner Geselligkeit auf der Strecke. Wo sollen da die Ehrenamtlichen herkommen?" Ich kann hier nur gegen fragen: "Haben wir in den Turn- und Sportvereinen in den 80er und 90er Jahren nicht schon genug neue Sportentwicklungen und die veränderten, höheren Ansprüche an die Sportanbieter verpennt?" Die Karawane zieht weiter! Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als auf die veränderten Zeiten mit veränderten Methoden zu reagieren. | ||||
| Zwischen Vereinsträgheit und ruinöser Hauptamtlichkeit? | ||||
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Es kann einem Spotverein nichts Besseres passieren, als dass er hauptberufliche Führungskräfte hat, die sich in höchstem
Maß mit dem Verein identifizieren. Ihre Loyalität ergibt sich daraus wie selbstverständlich. Die Hauptamtlichen dienen der
ehrenamtlichen Vorstandschaft und damit dem Unternehmen Sportverein. Die Grundsatzfragen der finanziellen Tragbarkeit von
hauptberuflichen Führungskräften und der Entwicklung des Vereins lassen sich im Fall des TV 1848 mit beispielsweise
folgenden Einzelfragen erhellen: Wer plant den Etat? Wer stellt die Rentabilitätsfragen? Wer treibt denn die Außenstände
des Vereins ein? Wer stellt denn die Zuschussanträge? Wer achtet auf die richtige Steuer? Wer kontrolliert die Einnahmen,
achtet auf die Ausgaben? Wer holt die günstigsten Angebote ein? Wer inszeniert die Kurse, überwacht ihre Wirtschaftlichkeit?
Wer setzt neue Gesundheitssportarten um? Wer macht konkrete Vorschläge für die Veränderung der Vereinsstrukturen?
Wer legt die Marketinggrundlagen? Wer ist grundsätzlich für Innovationsvorschläge zuständig? Wer arbeitet Strategie-Papiere
aus? Wer hat die Machbarkeitsstudie für das Gesundheitszentrum aufgestellt? Natürlich sind das - jedenfalls im TV 1848 -
im Grundsatz die Hauptberuflichen. |
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Weil das Ehrenamt mit all seinen bekannten Einschränkungen (z. B. Zeit, Ausbildung, Kompetenz, Alter u. s. w.) nicht so
rasch und gründlich auf die Herausforderungen der sich wandelnden Gesellschaft reagieren kann, bleiben dem Präsidium nur
die Bindung (Loyalität s. o.) und die Aufsicht über die Hauptberuflichen sowie in jedem Fall die Entscheidungsgewalt und
Verantwortung. Nur so segelt eine Vereinsvorstandschaft eben nicht zwischen Szylla und Charybdis, Trägheit und Ruin. Die
ganz primitive Grundfrage lautet: Wie viel kostet der Hauptberufliche und was bringt er dem Verein? |
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Schlussbemerkung: Dass neben den grundsätzlichen Führungsfragen im Gesamtverein in den Abteilungen professionelle ehrenamtliche
Arbeit geleistet wird, bleibt hier unbestritten. Beispiele für diese Leistungen: Ulrike Rabenstein (s. r.), Heinz Rüger,
Bernd Räbiger in dieser Zeitungsausgabe.
In der Überzeugung, dass der TV 1848 weiter auf einem richtigen und sicheren Weg ist, heiße ich alle neuen Mitglieder
herzlich willkommen! Mit herzlichen Grüßen |
Zum dritten Mal als Hauptverantwortliche an der Spitze des Organisationsteams im Erlanger Triathlon: Ulrike Rabenstein. Die Mutter von drei Kindern und Diplomingenieurin der Werkstoffwissenschaften hat eine erfolgreiche Mischung aus erfahrenen und neuen Mitgliedern in ihrem Orga-Team zusammengestellt: "Die Uli hat eine sehr gute Arbeit gemacht. Die Veranstaltung ist optimal gelaufen", resümiert der Mentor und Abteilungsleiter Heinz Rüger die Leistung der Organisatorin. F.: W. B. | |||
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