Leitartikel_06_05
Leitartikel des Präsidenten Wolfgang Beck
in der Vereinszeitung Dezember 2006/ Januar 2007

Liebe Mitglieder,


wir können auch heuer wieder auf ein gutes Jahr für den TV 1848 zurückblicken. Obwohl noch keine Bilanzen vorliegen können, zeigen die Scorecards, dass der Verein wirtschaftlich im Lot ist. Höheren Einnahmen (Mitgliederbeiträge, Kursgebühren, Zuschüsse) stehen höhere Ausgaben (vorübergehend beim Personal, Investitionen in Hausmeisterwohnung Jahnhalle) als im Haushaltsplan für 2006 gegenüber. Die Substanz unserer Liegenschaften wurde wesentlich verbessert. Unsere "Investition in die Köpfe" zeigt bei Studioleiter Klaus Leutsch im TV-Vital und Hausmeister Bernhard Hofmann positive Resultate. Die Arbeit an den Vereinsstrukturen wird uns im hauptamtlichen und ehrenamtlichen Bereich von den jeweiligen Stelleninhabern unabhängiger machen und dem Gebäude TV 1848 noch mehr Sicherheit, Modernität und Transparenz verleihen.
Positive Entwicklung der Zuschüsse
Die Stadt hat heuer den geplanten Baukostenzuschuss zum TV-Vital zahlen können. Das entlastet unsere Zinsen wesentlich. Vom Freistaat haben wir heuer ca. 10 Prozent mehr Zuschüsse erhalten als im Jahr 2005 (freilich immer noch 10 Prozent weniger als 2004!). Damit ist die Talfahrt der staatlichen Fördergelder für den TV 1848 gestoppt worden und hoffentlich eine Trendwende eingeleitet. Die Landtagswahlen 2008 lassen hoffen. Dass dieses positive Resultat unter den vereinfachten Förderrichtlinien zustande kam, lag an dem Einsatz der CSU-Landtagsfraktion unter Joachim Herrmann zugunsten der Sportvereine und am Engagement des BLSV - in unserem Kreis Walter Fellermeier - für seine Mitglieder. Rund 2,5 Millionen mehr als 2005 und so insgesamt 15 Millionen Euro gingen an die Sportvereine. Ein Wort des Dankes ergeht hiermit an die Politiker!
Ausbau des TV-Vital
Die Mitgliederentwicklung in unserem Gesundheitszentrum veranlasste uns in den letzten Jahren zur Anschaffung immer neuer Geräte im Cardio- und Kraftbereich. Jetzt haben wir 7 Geräte der neuesten Generation von Technogym angeschafft. "Fit in 30 Minuten" heißt die neue Zauberformel für das effiziente Ganzkörpertraining im Powerzirkel. Dessen ungeachtet wird der TV 1848 in den nächsten Jahren um eine Erweiterung des TV-Vital nicht herumkommen. Seine Attraktivität ist ungebrochen, die Bedeutung des Gesundheitssports wird noch zunehmen und die Bevölkerungszahl im Stadtwesten steigt ständig. Die Gründung eines Förderkreises oder Fördervereins, wie ihn die Erbauer unserer Jahnhalle vor 100 Jahren initiierten, scheint mir eine wirtschaftlich sinnvolle Vorbereitung.
Multifunktionshalle, Hallenbad und andere Sportkonzepte im Westen
Gerd Lohwassers Einladung zum Denkmodell "Multifunktionshalle" war sinnvoll. Er hatte Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Sport im Rathaus um ihre Meinung zu einem solchen Projekt für mehrere tausend Besucher gebeten. Das Ergebnis für mich: Die Wirtschaftsvertreter äußerten sich zurückhaltend. Der Weltkonzern gibt kein Geld, die Stadt hat keins, Kulturvertreter blieben fast gänzlich fern (Rossmeissl war aber da). Die Sportvertreter waren wie häufig geteilter Meinung. Das mögliche Projekt ist schon gestorben.
Über das Hallenbad im Stadtwesten als Ersatz für den Frankenhof haben die EN mehrfach ausführlich berichtet. Bürgerversammlung und Stadtrat haben sich klar dafür ausgesprochen. Nach meiner Einschätzung wird es in einigen Jahren gebaut werden. Die Führung des TV 1848 befürwortet diesen Bau, zumal er - wenn mit Lehrbecken ausgestattet - dem Gesundheitssport und damit dem TV 1848 neue Möglichkeiten eröffnet.
Neue vollwertige Sportfelder (keine Bolzplätze, Miniplätze) werden sich auf Dauer im Erlanger Westen nicht vermeiden lassen. Hier wird die Stadt Erlangen in Ergänzung der von ihr zur Verfügung gestellten Wohnflächen Infrastruktur und Sportflächen für Sportvereine zur Verfügung stellen müssen. Anderes ist kaum realisierbar. Ein großes Stadion für 10-20.000 Zuschauer, von dem man gelegentlich hört, hat in unserer Stadt keine Chance. Hierfür fehlen die Gelder zum Bau, zum Unterhalt, vor allem aber für den bezahlten Sport als Zuschauermagnet.
Weltspitze ohne Zuschauer
Über das Zuschauerinteresse und die Eintrittsgelder sollte man sich in Erlangen keinen Illusionen hingeben. In den Profisportarten könnte man ohnehin nur ca. 10 Prozent der Kosten über die Tickets decken. Das war auch nicht anders, als zwei Erlanger Handballteams in der 2. Bundesliga spielten, und gilt anderswo ebenso. Im Übrigen bleibt das Interesse in unserer Stadt, Sport live zu erleben, gering. Da klopfen unsere Fußballer erstmals seit Jahrzehnten als Kreisliga-Herbstmeister an das Tor zur Bezirksliga, landen unsere Ringer (die einzigen in der Stadt) in der Frankenliga einen hohen Sieg nach dem anderen und werden sich für die Aufstiegsrunde zur Landesliga qualifizieren, haben unsere Trampolinturner in der 1. Bundesliga Weltstars zu Gast (in den EN groß angekündigt) mit der aktuellen Olympiasiegerin und Weltmeisterin - es kommen nur ca. 50 Erlanger Zuschauer, die Familienangehörigen der Sportler abgerechnet noch wesentlich weniger.
Bei der angestammten, weit verbreiteten Abstinenz der Erlanger Unternehmen zum Sport bleibt den ambitionierten Sportvereinen in erster Linie nur, den Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport anzubieten und auszubauen.

Olympiasiegerin und Tagessieger im Trampolin: Anna Dogonadse ist zwar mehrfache deutsche Meisterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin (Athen 2004), beim Bundesligawettkampf MTV Bad Kreuznach gegen TV 1848 jedoch erzielte der Erlanger Christopher Schüpferling in Hochform die höchste Punktzahl. Bei den Heimkämpfen turnt Anna übrigens vor 400 bis 500 Zuschauern.     F.: W. B.
Ehrungen und Dank
Am Sonntag, 10. Dezember 2006, werden wir das traditionelle, aber diesmal inhaltlich veränderte 158. Stiftungsfest des Vereins feiern. An diesem 2. Advent um 15 Uhr in der Jahnhalle werden langjährige und verdiente Mitglieder geehrt. Die Sportlerehrung wird ausgegliedert und im Frühjahr gesondert stattfinden. Wir wollen damit das für viele ältere Mitglieder zu lang gewordene Stiftungsfest verkürzen. Die Vereinsführung wird sich auf diesem Festakt bei den geladenen Mitgliedern für Vereinstreue, Leistungen und Förderungen des TV 1848 besonders bedanken.
Das Präsidium des Turnvereins bedankt sich bei Ihnen allen, liebe Mitglieder, für Ihre Vereinszugehörigkeit. Die Neuen heißen wir herzlich willkommen.
Unser besonderer Dank gilt den Abteilungsleitern, Beiräten und Revisoren, den Eltern und Trainern für die Betreuung unserer Jugend, den Mitgliedern des Gesamtpräsidiums, den Übungsleitern und last not least den Hauptamtlichen - kurzum allen, die den Dampfer TV 1848 auf Kurs gehalten haben im zu Ende gehenden Jahr.
Für das neue Jahr 2007 wünsche ich uns allen Glück und Erfolg, Freude am Leben und seiner hohen Qualität in unserem Land. Den Kranken wünsche ich besondere Kraft und Zuversicht und Gottes Segen.
Mit herzlichen Grüßen